Stellenweise ist es wesentlich schlimmer als öffentlich dargestellt. Tiefpunkt meiner Erfahrungen war Bad Neuenahr. Kürzlich hörte ich, über die Altenheime hinaus, eine weitere Kritik einer Patientin nach einem Aufenthalt in einer dortigen Rheumaklinik : sie sei in einem Trainingslager gewesen. Menschen habe sie wenige angetroffen, und wenn, hätten die mehr auf ihren PC geguckt als auf sie. Man habe Strichlisten abgearbeitet, aber keine Gespräche mit den Kranken geführt. So ist es überall. Das hat Frau Ursula Schmidt mit ihrem Kontrollwahn verursacht. Sie sieht überall Betrüger, vor allem in der Ärzteschaft, also verlangt sie Dokumentation. Sie kann sich nicht vorstellen, daß die Mehrzahl derer, die einen medizinischen Beruf ergreifen, das aus der Freude heraus tut, anderen zu helfen. Mindestens ein Viertel der ärztlichen Arbeitszeit geht dabei drauf. Schmidt ist eine Ideologin, von der Wirklichkeit versteht sie nichts. Sie erzwingt Berge von Formularen und Massen von Kranken, die kopfschüttelnd aus der Kur kommen. Sie verstehen diese überkandidelte Logistik nicht mehr.

Es gibt gute Pflegeheime. Oft, aber nicht ausschließlich, sind es die in kirchlicher Trägerschaft. Aber auch bei denen fragt man sich, wofür 3.000 oder inzwischen bis zu 4.000 Euro/Monat aufgewendet werden müssen, wo ein HARTZ IV-Empfänger von 345 Euro/Monat leben muß.

Sodann gibt es Furchtbares, was nur durch ein stellenweise völlig verlottertes Gerichtsystem erklärbar ist. Denn das meiste müßte durch eine einfache Klage oder ein einfaches Strafverfahren abzustellen sein.

Das heißt : wir müssen die Justiz basisdemokratisch kontrollieren. RichterInnen müssen abwählbar werden.

Wer das Nachfolgende liest, wird sich entweder engagieren, bis diese Forderung erfüllt ist – oder sich einen Revolver kaufen, um nicht pflegebedürftig zu werden.

Mißstände aus meinen ärztlichen Notdiensten in Bad Neuenahr : ein Altenheim, in dem das Personal im Laufschritt arbeitete und trotzdem die Arbeit nicht schaffte, ein Heim, wo ich einen Patienten versorgen mußte, der wegen massiver Überdosierung mit Neuroleptica unter dem Tisch lag und den sein Arzt seit Wochen nicht gesehen hatte, ein anderes Heim, in dem ich nachts einen Menschen mit einem lebensgefährlich erkrankten Bein notfallmäßig ins Krankenhaus einweisen mußte. Dieser Zustand hatte sich über mehrere Tage entwickelt und war von den beiden Schwestern, die sechzig Kranke versorgen mußten, übersehen worden. Als Arzt mußte ich solche Straftatbestände aktenkundig machen – und verlor den Arbeitsplatz in der Notfallpraxis .

Aus der Schussental-Klinik in Aulendorf berichtete eine andere Patientin dasselbe. Dieses Haus kannte ich vor dreißig Jahren als hervorragend geführt, die Behandlungserfolge waren gut bis sehr gut. Fast nichts davon ist übriggeblieben.

Allein schuldig ist die Politik. Einen Arzt oder eine Krankenschwester, die nicht ihr Bestes versuchen, habe ich in fünfzig Jahren ärztlicher Tätigkeit selten kennengelernt. Aber unter dem kriminellen Irrsinn der letzten drei Bundesregierungen ist das ehemals vorbildliche deutsche Gesundheitssystem an vielen Stellen zusammengebrochen. Deswegen sucht die Ärzteschaft nach Wegen, sich organisatorisch zu lösen von Leuten wie der Gesundheitsministerin Schmidt, die ständig alles verbösern.
.
.

Das ist wie in den Justizvollzugsanstalten : 2 Beamte auf dreihundert Strafgefangene, da muß es zum Mord kommen. Und soziale Rehabilitation ist eine im Gesetz stehende Verhöhnung. Und überall soll das Geld fehlen – Geld für verfassungswidrige Militäreinsätze ist hingegen vorhanden.


Hier weiteres zu Altenheimen in Deutschland:

Die Altenheime sind die letzte massive Entspeicherung der privaten und sozialen Kassen: selten ist ein Platz unter 3.000 Euro/Monat zu haben, bis zu 4.000 Euro werden inzwischen verlangt. Dafür werden teilweise Pflegebedingungen schlimmer als in schlechten Tierheimen geboten, guantanamo-ähnliche Folterungen kommen vor. Was alte Menschen für so viel Geld in Altenheimen ertragen müssen, ist schlicht eine Verletzung des Beherbergungsvertrages. Aber es ist aussichtlos, das einklagen zu wollen. Vom Straftatbestand der Körperverletzung und Mißachtung der Menschenwürde gar nicht zu reden.

In deutschen Altenheimen werden Pflegebedürftige grün und blau geprügelt. Eine Bilddokumentation darüber ist erhältlich bei „ÄRZTLICHE PRAXIS“, Gabrielenstraße 9, 80636 München, email: info@rbi.de. Für so viel Geld sollte eine Luxusversorgung möglich sein. Stattdessen werden Senioren in Heime zwangsverbracht, obwohl sie noch gut zuhause leben könnten. Für Wuppertal teilte mir Prof. Wolfshohl von der Graue Panther - Bewegung, Kothener Str. 1, 42285 Wuppertal, folgenden Skandal mit: Dort bekamen Menschen, die älter waren als sechzig Jahre und die 3.600 Euro/Monat aufbringen konnten (Ärmere interessierten in diesem Zusammenhang nicht), Besuch von zwei Vertretern der Stadt, die unter anderem an ihrer Geschlechtsgegend rochen. Fand sich ein Uringeruch, bekam die Akte das Merkmal „Verwahrlosungsgefahr“, und es wurde ein Gerichtsverfahren zur Zwangsunterbringung im Pflegeheim eingeleitet. Die Betroffenen legten oft eine ärztliche Bescheinigung vor, dass sie zwar an einer Urinhalteschwäche litten – ein häufiges Gebrechen - , aber sonst voll funktionsfähig und nicht in Verwahrlosungsgefahr waren. Die Gerichte setzten sich über das Urteil des Hausarztes hinweg – bis auf einen Wuppertaler Stadtbezirk, wo die zuständige Richterin sich diesem maffiösen Treiben widersetzte. Durch das Engagement der Grauen Panther konnten zahlreiche Mitglieder dieser Connection hinter Gitter gebracht werden, auch ein evangelischer Pfarrer, der sein Altenheim ebenso gefüllt hatte.

Mitglied der Grauen Panther sind viele selbst noch nicht alte Angehörige der Pflegeberufe, die die Zustände an ihren Arbeitsplätzen nicht mehr ertragen können.

Nun meine eigenen Erlebnisse in Krefelder Altenheimen:

1. Eine ständig bettlägerige Patientin empfängt mich im Sommer: „Gut, dass Sie kommen, Herr Doktor, ich verdurste!“ Ihre Zunge war trocken, die Lippen rissig, Klingel und Flüssigkeit außer Reichweite. Ich gebe der Schwester entsprechende Anweisungen. Ihre Entschuldigung: „Ich bin allein auf der Station.“ Bei meinen nächsten Besuchen keine Änderung, sodaß ich bei der Heimleitung vorstellig wurde. „Wir haben kein Geld für mehr Personal.“ Es handelte sich um ein Vier-Bett-Zimmer, also einen Etat von damals schon 12.000.- DM/Monat, nicht etwa eine Krankenstation.

2. Ständig hustende PatientInnen traf ich auf von Zigarettenqualm vernebelten Stationen, der aus dem Zimmer des Pflegepersonals kam. Einlassung dort: „Wir haben das Recht auf Selbstverwirklichung.“ Auf mein Angebot, auch dort zur Heimleitung zu gehen, sagten die Kranken: „Bitte nicht, Herr Doktor, das müssten wir büßen.“

3. Entkräftete 80-Jährige bittet um ein Frühstücksei mit meiner Unterstützung. „Das ist organisatorisch nicht machbar.“

4. Christin bittet um Begleitung zum sonntäglichen Kirchgang wenigstens einmal im Monat, weil sie allein zu unsicher ist. „Dafür haben wir keine Leute.“

5. Begleitung auf Spaziergängen wegen Personalmangel nicht möglich.


Ob sich die dafür Verantwortlichen, die meist noch gehfähig sind, im Klaren sind, was es heißt, nie mehr das Zimmer verlassen zu können, wenn die Sonne lacht?


In allen Fällen, in denen ich mich bei der Heimleitung beschwerte, wurde mir wenig später die Behandlung entzogen „auf Wunsch der Angehörigen.“


Besonders deprimierend ist, dass diese kriminellen Machenschaften gerichtlich durchorganisiert sind. Denn es handelt sich um klare Vertragsbrüche, ein Grundsatzurteil bundesweit könnte das abstellen.

Auch meine Beschwerden bei führenden Persönlichkeiten insbesondere der CDU/CSU brachten keine erkennbare Verbesserung.


Dr.med.Heinz Gerhard Vogelsang, Internist u. Arzt f. Naturheilverfahren. Homöopathie. Leydelstr. 35, D-47802 Krefeld. Tf. = Fax 02151/563294. Bus 52 u. 60 ab Krefeld Hbf. bis Haltestelle Leydelstraße. http://www.homoeopathie-krefeld.de/ , email: arzt11@homoeopathie-krefeld.de - ALLE KASSEN -